19Abbildung 6: Gewichtete Prozentanteile derjenigen, die in den letzten 24 Monaten mindestens einmal bestimmte Themen oder Methoden (nicht) behandelt oder verwendet haben, weil negative Folgen befürchtet wurden oder Druck ausgeübt wurde.Erfahrungen mit Einschränkungen in der Forschungs- und Lehrfreiheit nach GeschlechtGeringer ausgeprägt als Fächergruppenunterschiede sind geschlechtsspezifische Unter-schiede in den Erfahrungen mit verschiedenen Einschränkungen von Forschungsfreiheit. Von ein- oder mehrmaligen eigenen Erfahrungen mit inhaltlicher Kritik, die als unangemessen wahrgenommenen Einschränkungen führt, berichten Männer und Frauen in gleichem Ausmaß (26 und 28 Prozent). Moralische Abwertungen mit Bezug zur eigenen Forschung haben 6 Prozent der Männer und 7 Prozent der Frauen erlebt. 5 Prozent der Männer und 7 Prozent der Frauen geben Erfahrungen beruflicher Probleme an.Mit Blick auf Erfahrungen im unmittelbaren akademischen Umfeld werden geschlechtsspezi-fische Unterschiede im Bereich Forschung etwas deutlicher. Ein- oder mehrmalige Erfahrungen unangemessenen Einschränkungen durch inhaltliche Kritik geben 40 Prozent der Männer, aber 45 Prozent der Frauen an. Von moralischen Abwertungen im akademischen Umfeld berichten 13 Prozent der Männer und 17 Prozent der Frauen. In ihrem akademischen Umfeld gemachte Er-fahrungen mit beruflichen Problemen geben 10 Prozent der Männer und 14 Prozent der Frauen an.Bei den Erfahrungen mit Einschränkungen in der Lehre zeichnet sich ein ähnliches Bild. Nach auf ihre Lehre bezogenen moralischen Abwertungen gefragt, geben zum Beispiel 6 Prozent der Männer und 7 Prozent der Frauen an, diese in den letzten zwei Jahren selbst erfahren zu haben. Von beruflichen Problemen aufgrund der Lehre berichten 3 Prozent der Männer und 5 Prozent der Frauen.Für das eigene akademische Umfeld sind die geschlechtsspezifischen Unterschiede ebenfalls eher gering. Von ein- oder mehrmaliger moralischer Abwertung berichten zum Beispiel 14 Prozent der Männer und 16 Prozent der Frauen. Berufliche Probleme im unmittelbaren Umfeld geben 8 Prozent der Männer und 10 Prozent der Frauen an.Sowohl in der Forschung als auch in der Lehre geben für fast alle Aspekte Frauen häufiger als Männer an, eigene oder indirekte Erfahrungen mit Einschränkungen gemacht zu haben. Anders als bei den Statusgruppen weisen hier Erwartungen in die gleiche Richtung wie berichtete Er-fahrungen. Dem Zusammenhang von hypothetischen Erwartungen und konkreten Erfahrungen wird im folgenden Unterkapitel systematischer nachgegangen.Auswirkungen erwarteter oder erfahrener Einschränkungen in Forschung und LehreUnabhängig davon, ob Erwartungen bezüglich negativer Konsequenzen auf realen Erfahrungen basieren oder nicht, können sie das Verhalten und die Forschungs- und Lehrpraxis an deut-schen Hochschulen maßgeblich prägen.0 5 10 15 20 25ProzentVermeidung von Forschungsthema oder -methodeweil persönliche negative Folgen befürchtetweil negative Folgen für andere befürchtetweil Druck ausgeübt würdeThema oder Methode nur aufgrund von Druck behandelt14712230 5 10 15 20 25ProzentVermeidung von Thema, Text oder Lehrmaterialweil persönliche negative Folgen befürchtetweil negative Folgen für andere befürchtetweil Druck ausgeübt würdeLehrmaterial nur aufgrund von Druck behandelt105610
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