8ZEIT-STIFTUNG EBELIN UND GERD BUCERIUSfast gleichaltrig mit Bucerius, erster Reporter der ZEIT und späterer Chefredak-teur, brachte seinem Verleger sehr früh das Reportage-Handwerk bei – damit ging Bucerius 1947 „Vier Wochen als Kumpel unter Kumpeln“ in den Kohlebergbau über und unter Tage. Seine Leidenschaft fürs Schreiben lässt sich noch weiter zurück-verfolgen, bis in seine Zeit als Hamburger Gymnasiast. Die erste überlieferte Pub-likation, eine Buchkritik zu Oswald Spenglers „Preußentum und Sozialismus“ von 1920, erschien 1923 in der von Karl Kraus herausgegebenen Satirezeitschrift Die Fackel. Bucerius, damals 17 Jahre alt, vertrat darin die These, nach fünf Jahren „Deutscher Republik“ seien die Deutschen keine Parlamentarier geworden. Die Bib-liothek der Stiftung beherbergt heute noch alle 38 Bände (1899–1936) der Fackel. Bucerius bewahrte sie bis zu seinem Tod auf. Auch sie gehören, neben der Zeit-schrift für Politik und Kultur Der Monat (1948–1971) und den ZEIT-Bänden der Jahre 1946–1995, zum Erbe von Gerd Bucerius.Der Unternehmer setzt sich durch Bucerius hat große Entscheidungen zur richtigen Zeit getroffen. Eine gro-ße und wichtige Unterstützung in diesen ersten 25 Jahren nach 1945 bot seine zweite Frau Gertrud, genannt Ebelin, der er mit großer Dankbarkeit verbunden blieb, auch wenn sie ihren Wohnsitz in der Schweiz und er seinen in Hamburg hat-te. 1959 schrieb Bucerius, Bundestagsabgeordneter seit 1949, in einem Brief an Henri Nannen, um wieder einmal die Arbeitsgrundlage zwischen Stern- Verleger und Chefredakteur zurechtzurücken: „Politik ist seit 1945 mein Hauptberuf und ich habe meine Pflicht mit Qual erfüllt.“ Beispielsweise stand Bucerius über knapp drei Jahre, von 1954 bis 1957, in 16 Sitzungen dem Untersuchungsausschuss zum Gerd Bucerius liest noch einmal in seinem Hausaufsatz von 1924: Hamburgs Bedeutung für Deutschland
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